Bad Saulgau, Mooshaupten

Städtebaulicher Workshop
Kenndaten:

Masterplan: ca. 23,9 ha
Realisierungsteil: ca. 2,7 ha
1. Preis
zweiphasiges Verfahren mit Workshop und Realisierungswettbewerb
Online-Bürgerbeteiligung

Projektbeschreibung:

Kernelemente des Leitbilds für die städtebauliche Entwicklung in Bad Saulgau bilden die Stärkung der bestehenden Strukturen, sowie die Schließung trennender Fugen zwischen den einzelnen Kernelementen durch ein raumprägendes, verbindendes Element eines Boulevards. Dieser wird als „Aktionspromenade“ mit unterschiedlichsten Nutzungen wie einer Skateanlage, Outdoor-Sportgeräten, aber auch Rückzugsorten mit Sitzgelegenheiten bespielt und wird zum tragenden Elements unseres Entwurfs. Der Boulevard verbindet die Themenbereiche Schulcampus, Freizeitcampus, Kulturcampus und Sportcampus und wird durch eine Mensa und ein Generationencasino gestärkt und als Anlaufpunkt für alle umgebenden Bausteine genutzt.
Bei der Ausarbeitung eines Konzepts für den Campus stand die Frage nach der Erschließung an erster Stelle. Um einen autofreien Mittelpunkt des Boulevards zu erreichen ist die momentane Erschließung zu verlegen, wodurch der trennende Eindruck der einzelnen Campusbereiche aufgehoben wird und die Bereiche miteinander verschmelzen. Der verkehrliche Knoten wird durch die Verlegung des ZOBs und einem neuen Busbahnhof, einem „Rad-Haus“ (E-Mobility-Hub) abgerundet.

Während des Bächtlefests wird der Boulevard um den nördlichen Parkplatz erweitert. Dadurch kann gewährleistet werden, dass genügend Platz für alle Schausteller zur Verfügung steht. Durch die Nutzung des Boulevards für das Fest steht ein großzügiger Festplatz mit einer hohen Aufenthaltsqualität zur Verfügung. Durch die neuen Strukturen erhält das Fest eine neue Qualität.

Das neue Wohngebiet schafft einen sanften Übergang zwischen den bestehenden Strukturen und den Son-derbausteinen des Campus. Die Mischung aus öffentlichen, halböffentlichen und privaten Freiräumen sowie ein eng vernetztes Wegenetz schaffen ein verdichtetes, durchgrüntes und gut vernetztes Wohngebiet mit attraktiven Aufenthaltsflächen am Ortsrand. Eine Unterteilung in kleine Quartierseinheiten mit gemeinschaftlichen Innenhöfen ermöglicht ein facettenreiches Angebot an verschiedenen Wohnformen und schafft somit die Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Stadtviertel für alle Generationen. Die Wahl der Baufelder ist auf ein hohes Maß an Flexibilität ausgelegt: vom Investor und der Baugemeinschaft bis hin zu privaten Bauherren können hier individuelle Architekturkonzepte in verschiedenen Typologien entwickelt werden. Wichtige Standards wie die Ausrichtung der Gebäude und die damit einhergehende Qualität der privaten Außenräume wurden dabei besonders bedacht. Das ausgewogene Verhältnis zwischen Privatsphäre und Gemeinschaftsbereich fördert das Leben in der Nachbarschaft und unterstützt so die Identifikation der Bewohner mit dem Quartier.

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